Mädchenfußball in León, Nicaragua

von Katharina Liedtke

Ariadna, eine Praktikantin aus Barcelona und ich hatten das Vorhaben, eine Mädchenfußballmannschaft im Projekt Niños del Fortin (Nicaragua)  zu gründen, um den Mädchen mehr Selbstwertgefühl gegenüber den zum Teil sehr dominanten Jungen zu geben. (…)

Wir erklärten ihnen, dass zu Beginn und am Ende jeder Stunde jeweils vier der zwölf Mädchen die kleinen Fußballtore vom Projektgelände auf das daneben gelegene Spielfeld und zurück tragen müssten, da wir ohne die Tore natürlich nicht spielen könnten. Die Mädchen weigerten sich zunächst jedoch und kreischten und stritten wild herum. Auch bei der 10-minütigen Warmmachphase weigerten sich fast alle, mitzumachen und auch das Training hielten sie für völlig unnötig und langweilig. Sie wollten einfach nur spielen. (…)

Nun konnte das Training fast losgehen, aber eben nur fast, da auch das Einteilen zweier möglichst gleichstarker Mannschaften nicht gerade zum Zuckerschlecken wurde. Die Mädchen verbündeten sich nämlich gegen etwas weniger starke oder jüngere Spielerinnen und versuchten diese aus dem Team zu ekeln. Aus diesem Grund ließen wir sie zum Teil Nummern ziehen und das Los entscheiden. Nicht selten führte dies jedoch dazu, dass sich eine der Spielerinnen ungerecht behandelt fühlte und aufgebracht den Platz verließ.

(…)


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