Über einen Jungen der Barraca, der einen „Dämon“ in sich hatte


von Leon Thurner, Brasilien

In der letzten Zeit hat ein Jugendlicher der Barraca viel Aufsehen erregt. David Teofilis wurde nämlich mehrere Male von einem Dämon heimgesucht!

David wohnte schon zwischen 2002 und 2004 in der Barraca, zog danach zu seiner Freundin, wo er den Maccumba-Kult kennen lernte und praktizierte. Seine Schultern und sein Rücken sind noch heute von kreuzförmigen Narben gezeichnet, die zum Ritual des Maccumba gehören.

(…)

„Der Dämon ist wieder da“, so begrüßt man uns an der Pforte der Barraca. Als ich das kleine Zimmer von David betrete, sitzt er vornüber geklappt auf dem Boden, mehrere besorgte Educadoren umringen ihn. Während die Angestellten gerade erörtern, was am besten zu tun sei, fliegt David plötzlich nach hinten, sein ganzer Körper spannt sich an, krümmt sich und er fängt an zu würgen. Die Educadoren reagieren blitzschnell, indem sie ihn mit parfümiertem Wasser begießen, wie es ihnen der Maccumba-Meister empfohlen hatte.

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Er vollzieht ein Maccumba-Ritual, fängt auf einmal an sich im Kreis zu drehen, stöhnt, schnappt mit seinen Händen nach etwas, das seinem Körper entweichen zu scheint. Dann plötzlich scheint er es endlich gefangen zu haben. Der Dämon entweicht aus dem Jungen, David hat seine Augen, seine Stimme und seine Körperhaltung wieder. Er sinkt erschöpft auf den ihm schnell zugeschobenen Stuhl, wo er sich erst mal von den Strapazen des Dämonen-Kampfs erholt.

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