Projektbeschreibung der "Barraca da Amizade"

in Fortaleza, Brasilien


Leon Thurner stellt sein Projekt vor, die „Hütte der Freundschaft“

Die Barraca da Amizade ist ein Heim für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren mit bis zu 30 Wohnplätzen. Hier finden „Straßenkinder und Kinder/Jugendliche in Notsituationen“ Zuflucht. Meistens handelt es sich hierbei um Straßenkinder, die aus unterschiedlichen Gründen auf der Straße gelebt haben. Manche von ihnen sind Waisen und haben kein Verwandten, die sie aufnehmen wollen, manche sind vor Gewalt in den Familien geflohen, andere wiederum konnten von ihren Familien aufgrund von Armut nicht ernährt werden oder wurden von ihren Familien, z. B. aufgrund von Behinderungen, verstoßen. Das Ziel der Barraca da Amizade ist es, den Kontakt zwischen den Jugendlichen und ihren Familien (falls noch vorhanden) herzustellen und im Idealfall die Jungen wieder in ihre Familien zu integrieren.

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Lennart Lietz beschreibt einen normalen Arbeitstag:

Mein Arbeitstag in der Barraca beginnt um 13 Uhr. Meistens komme ich aber früher, da ich erstens keine Uhr habe und darum nicht weiß wie spät es genau ist, und zweitens, weil ich oft in der Barraca Mittagessen möchte und somit etwas früher kommen muss.

Von 13 bis 14 Uhr habe ich dann Zeit, um meine Oficinas (“Unterricht”) vorzubereiten, mit den Jungen zu spielen oder zu reden und auch das Ereignisbuch der Barraca zu studieren, wo Einträge über die Jugendlichen und besondere Ereignisse, von den Erziehern (Educadores) gemacht werden.

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Für den Fußball sind mehrere Vorbereitungen notwendig, da man Wasser, Trikots und Bälle mitnehmen und dann den (nicht sehr weiten) Weg zum Fußballplatz antreten muss.

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Dienstags und mittwochs beginnt um die gleiche Zeit, also auch um 14 Uhr, die Oficina da Pintura. Der Raum befindet sich im oberen Teil des Hauptgebäudes der Barraca. Meistens nehmen nur etwas 3 - 6 Jungen an dieser Oficina teil. Viele kommen nur manchmal, um ein Bild zu malen, denn parallel wird in der Barraca Fußball für die Jüngeren angeboten, was natürlich eine ungleiche Konkurrenz für die Oficina da Pintura bedeutet. Dadurch, dass diese Gruppe nur sehr klein ist, entsteht aber auch ein sehr gutes Arbeitsklima und die meisten arbeiten sehr konzentriert, entweder an Zeichnungen am großen Tisch, oder sie malen an den Staffeleien mit Öl auf Leinwand.

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