Der Tag, an dem Guatemala das Geld ausging

Dreimonatiger Bargeldengpass im Land des ewigen Frühlings


von Philipp Maier, Guatemala

Eigentlich wollte man nur kurz zum Geldautomaten, um einige adventliche Besorgungen machen zu können. Doch ab der zweiten Dezemberwoche wurde aus dem schnellen Gang zum Schalter eine stundenlange Suche. Manch einer sah sich gezwungen, nach vergeblichen Versuchen in seinem Stadtteil, mit dem Auto oder Bus ins Zentrum zu fahren, um dort das Selbe vorzufinden: eine Fehlermeldung und leere Bankautomaten.

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Für fast drei Monate litt Guatemala, wahrscheinlich auf Grund von Versäumnissen der Zentralbank, unter einem akuten Defizit an Banknoten.

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Hinzu kommt, dass der ärmere Teil der Bevölkerung, der nicht im Besitz von elektronischen Zahlungsmitteln ist, sich den Einkauf in dafür zugänglichen Geschäften nicht leisten kann. All diese Menschen, die ohne große finanzielle Rücklagen von den laufenden Bargeldeinkünften oder von Gehalt zu Gehalt leben, sei es Bar oder Scheck, fanden sich plötzlich ohne Geld. Falls sie noch Einnahmen hatten, bekamen sie diese nicht ausgezahlt oder konnten sie nicht oder nur begrenzt auf der Bank eintauschen. Auf diese Art und Weise das tägliche Leben zu meistern ist nicht gerade einfach.

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