Neues Land

Die panafrikanische Band Freshlyground

Die gehobene, überwiegend weiße südafrikanische Mittelschicht hat sich versammelt. Auf den Parkplätzen reihen sich bis zur Unkenntlichkeit aufgemotzte VW Golf GTIs und Toyotas aneinander, was auf die Präsenz von indischstämmigen Südafrikanern hindeutet. Die wohl einzigen schwarzen Gesichter gehören zu den Studenten aus unserem Freundeskreis. Vögel fliegen zwitschernd über unseren Köpfen. Nun ja, fast. Ich will ehrlich sein. Das Vogelgezwitscher wird von einem stetig lauter werdenden Gemisch aus Gelächter, Gegröle und Musik übertönt.

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Jeder kann sich ausmalen, wie viel Platz 5 000 Musikfans, ausgestattet mit Picknickdecken, Campingstühlen, Kühltaschen und Fresskörben, einnehmen können, wenn sie sich alle an diesem ersten April, gegen 15 Uhr, in den Botanic Gardens in Durban, Südafrika, treffen, um sich der Musik der Newcomer-Band des Landes, Freshlyground, hinzugeben. Freshlyground, das ist die Verkörperung der Post-Apartheid-Zeit, der Ausdruck des „New South Africa“, wie es den allgegenwärtigen Beschwörungsformeln und der glänzenden Tourismuswerbung nach sein sollte: Einheit und Schönheit in der Vielfalt.

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