Pay for it

Südafrikanische Realität: Kein Geld – kein Wasser.

Wenn Florian Kienle sich unter die Dusche stellt, dann kann er einen zwar kalten, jedoch kräftigen Wasserstrahl genießen. Der 20-Jährige, der sein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland derzeit an der Harding Special School im südlichen Teil der Provinz KwaZulu Natal, Südafrika, leistet, wohnt zusammen mit seinem Mitfreiwilligen Philipp Hess in einem kleinen Häuschen; in die monatliche Miete ist der Betrag für den Wasserverbrauch integriert. Wenige Kilometer vom Zuhause der beiden Freiwilligen entfernt, im Township Mazakhele wohnt deren Freund Bongi Memela. Bis vor einiger Zeit konnte es Bongi und seiner Familie durchaus geschehen, dass auf einmal kein Wasser mehr aus dem Hahn kam. In Mazakhele waren Prepaid Metres installiert worden: „Wir mussten, beispielsweise an einem Kiosk, Pappkarten kaufen, die mit einem bestimmten Wert aufgeladen waren. Tippte man einen aufgedruckten Code in den Zähler zuhause ein, wurde Guthaben auf unser Konto geladen und das Wasser floss wieder aus der Leitung“.

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Beinahe ein Achtel der 47.9 Millionen Südafrikaner verfügt über keinen örtlich nahe liegenden Zugang zu ausreichend sauberem Wasser. Doch selbst wenn man zu den 88 % der Bevölkerung gehört, die einen Wasserhahn in ihrem Haus oder etwa auf dem Hinterhof besitzen, besitzt man keine Garantie auf das teure Gut. Cut-Offs sind in vielen von Armut betroffenen Siedungen nichts Außergewöhnliches. Dabei stellt der zuständige Wasserversorger einem Haushalt das Wasser ab, sobald die Zahlung der ihm in Rechnung gestellten Kosten ausbleibt.

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„Zerstört die Zähler und genießt das Wasser! Unsere Regierung versprach uns, dass Wasser ein Grundrecht ist. Aber jetzt erzählen sie uns, unsere Rechte würden zum Verkauf angeboten“, gibt sich OFWCC-Sprecher Bricks Makolo kämpferisch.

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