Camino en mal estado

Rote Laterne für die lateinamerikanische Infrastruktur

Die schlechte Infrastruktur Lateinamerikas ist mitverantwortlich für dessen geringe Wettbewerbfähigkeit.

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Matagalpa, das den Dreh- und Angelpunkt der nicaraguanischen Kaffeeproduktion, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Nicaraguas, darstellt, ist mit der Außenwelt durch eine mehr oder weniger bestehende Aneinanderreihung von Schlaglöchern verbunden. Um mit den Kindern meines Projekts „Las Hormiguitas“ einen Ausflug in die nächstgelegenen Städte Sebacco (30km) oder Jinotega (19km) machen zu können, würde ich in Folge eine bzw. eineinhalb Stunden benötigen und mit mehreren blauen Flecken ankommen.

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„Die Infrastruktur Lateinamerikas verliert immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit“, beschreibt Norman Anderson, Präsident der CG/LA Infrastructure, die ihren Sitz in Washington hat, die Lage. „Mit Ausnahme Afrikas ist der Rest der Welt mit der Entwicklung in Sachen Infrastruktur den Ländern Lateinamerikas weit voraus“.

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Der Ausbau und der Unterhalt von Straßen, Häfen, Schienennetzen und Flüssen eines Landes spielt bei der Verteilung seiner Güter eine wichtige Rolle. Ihrer bedienen sich die großen Unternehmen um ihre Produktpalette auf die nationalen und internationalen Märkte zu bringen. Durch eine fehlende Infrastruktur wird jedoch nicht nur diese Wettbewerbsfähigkeit vermindert. Nach Angaben der Weltbank werden für 1 Mrd. US$, die in diesen Wirtschaftszweig investiert werden, bis zu 15.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Durch fehlende Investitionen in die Infrastruktur wird folgerichtig der Zugang der Unternehmen zu den Märkten erschwert, durch die Mehrkosten die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich gesenkt und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze bleibt aus. Dies hemmt den Handel, damit das Wirtschaftswachstum und nimmt so indirekt Einfluss auf den Wohlstand der Bevölkerung.

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Der Wirtschaftswissenschaftler Néstor Avendaño unterstützt (…) die Aussage, dass Nicaragua in den nächsten 5 Jahren seine Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit verbessern könnte. „Dafür müsse das Land aber von den Freihandelsverträgen profitieren.“ Durch die Wirtschaftsgemeinschaft ALBA (Alternativa Bolivariana de las Américas) könnte die angespannte Situation gelöst werden. Andere sehen in dem Freihandelsabkommen DR- Cafta (Central American Free Trade Agreement) zwischen den USA, Nicaragua, der Dominikanischen Republik und vier weiteren mittelamerikanischen Staaten große Entwicklungspotentiale.

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