Wohin, Südafrika?

Ende 2006

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Ein freies Wochenende wollten Laila und Musa gemeinsam am Strand Durbans, der nahe gelegenen größten Stadt der Provinz KwaZulu-Natal, verbringen. (…)

Sie gehen zusammen ins Wasser, planschen rum und schmusen etwas. Alles scheint normal. Bis drei weiße Jungen in ihrer Nähe plötzlich zu lachen beginnen. Laila kommt erst gar nicht auf den Gedanken, dass sie über sie lachen könnten. Dann fängt einer der Jungs an, das Paar mit Sand zu bewerfen, die anderen tun es ihm gleich. Laila versteht die Welt nicht mehr. Sie fühlt sich „wie ein Tier”. Wie muss sich Musa erst fühlen? Während Laila sich gedemütigt  abwendet, sucht er das Gespräch mit den Jungs. Kurz darauf ist sein Gesicht voller Sand. Die Kids scheinen ihn aus nächster Nähe mit Sand beworfen zu haben, während er mit ihnen reden wollte.

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Um dieses Wirrwarr von Abkapselungen zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass die Schrecken der Apartheid erst vor 12 Jahren ein auf dem Papier faktisches Ende gefunden haben. Das heißt, ein 30 Jahre junger Mensch hat den Großteil der ersten und somit stark prägenden 18 Jahre seines Lebens noch unter der Apartheid erlebt. Sicherlich ein Grund, warum die verschiedenen Kulturkreise, deren Zusammengehörigkeit meist, aber nicht ausnahmslos die Hautfarbe definiert, immer noch so weit voneinander entfernt leben.

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