Oaxaca im Ausnahmezustand

Die Chronik eines Volksaufstands, 2006

Leergefegte Straßen, das Zentrum ein riesiger Zeltplatz, abgeriegelt durch Straßensperren; Das ist das Bild, das sich Besuchern wie Einheimischen in Oaxaca im September darbietet. Man fühlt förmlich das Brodeln der Stadt, so berichten die Menschen vor Ort.

Die Anfänge dieser, wie sie oftmals betitelt wird, „friedlichen Revolution“ gehen bis ins Jahr 2004 zurück. Bei den äußerst fragwürdig ablaufenden Regionalwahlen gerät die politische Landschaft der seit 71 Jahren in Händen der PRI („Partido Revolucionario Institucional“) gewesenen Landeshauptstadt Oaxaca gehörig ins Wanken, beinahe gelingt der Oppositionspartei PRD („Partido de la Revolución Democrática“) der Wahlsieg.

Mit großer Mühe stellt der gewählte Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz eine Regierung auf, die seit Beginn der diesjährigen Lehrerstreiks im Mai allerdings nur noch auf dem Papier existiert.

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Nach dem Rückzug der Polizei aus dem Zentrum hat sich die Lage entspannt, allerdings reagiert die APPO noch immer gewaltsam auf Polizeiaktionen und verbarrikadiert die Stadt mit Straßensperren. Zwar wurden mittlerweile fünf besetzte Radiostationen freiwillig zurückgegeben, dennoch kann laut Vertretern der PRI von Pressefreiheit und freier Meinungsäußerung im Zentrum keine Rede sein. Die APPO spricht hingegen von Behinderung der Berichterstattung durch die Polizei.

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